Ein neues altes Bündnis

In Hamburg haben Landesregierung und Wohnungswirtschaft (endlich) den neuen Bündnisvertrag unterschrieben.
Hamburg. Im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, haben Senat, Wohnungswirtschaft und Hamburger Bezirke das „Bündnis für das Wohnen“ für die laufende 23. Legislaturperiode unterzeichnet.
Für die Bündnispartner steht weiterhin an erster Stelle, die Hamburger Wohnbevölkerung mit bezahlbarem und lebenswertem Wohnraum zu versorgen. Neben dem Wohnungsneubau wird der Bestandsumbau eine zentrale Rolle spielen.
Seit der Gründung des Bündnisses im Jahr 2011 wurden in Hamburg rund 145.000 Wohnungen genehmigt und mehr als 110.000 neue Wohnungen fertiggestellt, davon allein über 30.000 Sozialwohnungen.
Moderate Medianmiete im Metropolenvergleich
Die im Metropolenvergleich moderate Medianmiete von 9,11 Euro pro Quadratmeter und Monat zeigt, dass die kooperative Wohnungsbaupolitik des Bündnisses erfolgreich ist und die Situation des Hamburger Wohnungsmarktes trotz anhaltender Krisenlagen positiv beeinflusst.
Mit der Novellierung der Hamburgischen Bauordnung, der Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens, dem Hamburg-Standard sowie der sozialen Wohnraumförderung wurden in der vergangenen Legislatur die Weichen gestellt, um günstiger und schneller bauen zu können. Allerdings offenbart dieser Vergleich ein methodisches Problem: Ein Haushalt existiert per Definition nur, wenn er eine Wohnung bewohnt. Die Gleichung „Wohnungen gleich Haushalte" ist daher eine einseitige Identität. Sie erfasst ausschließlich die bereits realisierte Nachfrage, während die unrealisierte Nachfrage – Haushalte, die unzufrieden sind und weitersuchen – statistisch unsichtbar bleibt.
Hamburg-Standard für Sanierung wird geprüft
Neben dem Neubau wird der Fokus nun auf dem Bestandsumbau liegen. Die Bündnispartner sind sich einig, die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie umzusetzen. Oberste Priorität hat die Umstellung der Wärmeversorgung der Wohngebäude auf erneuerbare Energien und den Energieverbrauch durch eine maßvolle energetische Sanierung zu reduzieren.
Geprüft wird, ob es wie beim Neubau auch bei der Sanierung zur Reduzierung der Kosten eine Art Hamburg-Standard geben kann. Bestandsentwicklung bedeutet zugleich eine behutsame und zielgruppengerechte Nachverdichtung sowie der altersgerechte Umbau.

„Der Hamburger Weg in der Wohnungspolitik ist ein enger Dialog aller Verantwortlichen“
VNW-Direktor Andreas Breitner
VNW-Direktor Andreas Breitner: „Kaufmännisch-hanseatischer Umgang“
„Der Hamburger Weg in der Wohnungspolitik ist ein enger Dialog aller Verantwortlichen“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Wer in der Hansestadt in Steine investieren will, wird nicht wie ein Renditehai geächtet, sondern auf Augenhöhe als Vertragspartner wahrgenommen. Das ist ein kaufmännisch-hanseatischer Umgang, der sich auch im neuen Bündnis widerspiegelt.“ Der Dialog überdecke aber keine Konflikte, sondern ordne diese ein. „Erbbaurecht, Grundstücksverfügbarkeiten, Baukosten, Klimaneutralität, Mietrecht – das sind viele Themen mit Konfliktpotential, die im Bündnis im Konsens zu Kompromissen entwickelt werden. Das ist der Wert unserer Vertragsunterschriften.“
Weitere Informationen
Der vollständige Text der neuen Vereinbarung zum Bündnis für das Wohnen in Hamburg steht zum Download bereit unter www.hamburg.de/bsw/buendnis-fuer-das-wohnen.