Rückbau in Pasewalk

Die kommunale Gesellschaft stutzt Bestandsgebäude und hofft so, den teuren Leerstand zu reduzieren.

Pasewalk. Wer eine Wohnung in der fünften oder sechsten Etage vermieten will, bekommt in einigen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns rasch ein Problem. Da, wo nicht selten die Wohnung den Mieter sucht, liegen sie „wie Blei in den Regalen“. Das Problem: Der Unterhalt der leer stehenden Wohnungen kostet die Vermieter Monat für Monat viel Geld, ohne dass eine Aussicht auf Mieteinnahmen besteht.

Die Wohnungsbaugesellschaft Pasewalk hat sich daher entschieden, die im 5. und 6. Stock liegenden Wohnungen zurückzubauen. Natürlich ist sich Geschäftsführer Dennis Becken bewusst, dass dadurch Wohnraum „vernichtet“ wird. „Aber es ist nun einmal Fakt: Wohnungen in diesen Etagen werden in Pasewalk nicht nachgefragt.“ Das geht schon seit einigen Jahren so, weshalb das kommunale Unternehmen diese Wohnungen in der Herder-Straße nicht mehr vermietet hat.

Technisch gesehen profitieren die Arbeiten vom Plattenbausystem. „Da beim Bau Platte auf Platte gesetzt wurde, nimmt man jetzt die einzelnen Platten wieder ab“, sagt Dennis Becken. Anschließend werde ein gedämmtes Satteldach auf das gestutzte Wohngebäude gesetzt. „Das wirkt städtebaulich schöner.“

Für die Mieterinnen und Mieter bedeuten die Bauarbeiten eine erhebliche Belastung, räumt der Geschäftsführer ein. „Sie dürfen während der Bauphase die meiste Zeit in ihren Wohnungen bleiben. Wir gewähren aber eine Mietminderung.“ Nur zeitweise müssten die Bewohner die Häuser verlassen. Dann aber auch nur stundenweise und tagsüber.

Die Woba Pasewalk vermietet rund 1.800 Wohnungen und hat im Bestand eine Durchschnittsmiete von 5,88 Euro kalt. Bei der Neuvermietung liege man bei mehr als acht Euro. Weil es einen erheblichen Instandhaltungs- und Investitionsstau gebe, habe man vor Kurzem zum ersten Mal seit 20 Jahren die Mieten moderat erhöht, so der Geschäftsführer.

Wenn man die Wohnblöcke zurückbaue, „fassen wir das ganze Haus an“, sagt Dennis Becken: Dach, Fassade und neue Anschlüsse für Fernwärme gehörten dazu. Wobei die Gebäude bereits mit Fernwärme versorgt würden, allerdings mit einer viel zu hohen Kapazität. Deshalb werde das Anschlussvolumen verkleinert.

Der Woba-Geschäftsführer hält für die Bestandssanierung eine verlässliche Förderung für notwendig. Die Unternehmen müssten ja nicht nur neue Wohnungen bauen und alte abreißen, sondern angesichts der Energiewende viel Geld in den Bestand investieren. In diesem Punkt aber lasse die Förderung zu wünschen übrig.