Bergedorf-West

Gemein­nützige Bau­genossen­schaft

Bergedorf-Bille eG

Rund 7.000 Menschen leben in Bergedorf-West. 900 Wohneinheiten der Siedlungshäuser aus den 50er- bis 70er-Jahren gehören zum Bestand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG. Knapp zur Hälfte gibt es hier Einpersonenhaushalte, etwa ein Drittel wird von Senioren bewohnt. Der Wunsch nach Wohnformen, die es erleichtern, aus einer zu groß gewordenen Wohnung in eine kleine, barrierefreie zu wechseln, ist groß.

Neben 212 Wohnungen sollen in den kommenden Jahren hier zwei Mobility-Hubs mit rund 420 Parkplätzen entstehen. Im März 2025 saßen Städteplaner, Bewohner und Mitarbeiter der Oberbaudirektion Hamburg und des Bezirks Bergedorf über acht Entwürfen für ein neues städtebauliches Grundgerüst.

Eine der Erkenntnisse lautet: Ein Fünftel der Neubauten soll für besondere Wohnformen wie Kompaktwohnungen und Cluster-Angebote reserviert werden.

Um Baukosten und -zeiten zu senken, hat sich die Genossenschaft für modulare, seriell gefertigte Baukörper entschieden. Der Hamburg-Standard gestattet, bisherige Vorgaben zu hinterfragen und Freiraum für günstigere Lösungen zu schaffen. Die Feuerwehr ist beispielsweise bereit, künftig dreiteilige Rettungsleitern einzusetzen, was große Auswirkungen auf den Bau hat.

Zudem suchen die Planer nach frischen Ideen für das in die Jahre gekommene Grün. Ziel ist eine klare Trennung von öffentlichem, halböffentlichem und privatem Raum. Der ruhende Verkehr soll unter dem Dach von zwei Mobility-Hubs gebündelt werden. Befürworter hoffen auf multifunktionale Orte mit Läden. Kritiker fürchten Umverteilungsverkehr und weniger Komfort bei der Nutzung des Autos.

Noch ist nicht entschieden, ob zur Realisierung des favorisierten Entwurfs ein Bebauungsplan nötig ist, oder ob nach Wohnraummobilisierungsgesetz gebaut werden kann. Der Baustart hängt davon ab, welches Verfahren jetzt greift. Die Genossenschaft hofft aber, im Jahr 2027 mit dem Bau zu beginnen.