Was ist Geothermie?
Mit Geothermie wird die Erdwärme als Energiequelle genutzt. Je tiefer man bohrt, umso wärmer wird es in der Erde, im Schnitt zwei bis drei Grad pro hundert Meter. Die nutzbare – mit heutiger Tiefbohrtechnik erschließbare – Energiereserve wird weltweit auf das rund 30-fache sämtlicher fossiler Reserven (Kohle, Gas und Öl) geschätzt.
Geothermie ist klimaneutral und zudem immer vorhanden. Man unterscheidet oberflächennahe Geothermie (bis 400 Meter) und Tiefengeothermie (bis zu mehrere Kilometer).
In Mittel- und Nordeuropa haben sich wie in Büchen Erdwärmesonden als häufigste Anlagentypen durchgesetzt. Erdwärmesonden werden als senkrechte Bohrungen niedergebracht, in die Rohre eingelassen und durch eine Art Zement fest eingebaut. In Deutschland setzt man dafür zumeist Doppel-U-Rohre aus Polyethylen ein.
Diese sind mit einer Wärmeträgerflüssigkeit, normalerweise Wasser mit einem speziellen Frostschutzmittel, gefüllt, die die Wärme aus dem Erdreich aufnimmt und an die Oberfläche zur Wärmepumpe transportiert.
Hierzulande werden Erdwärmesonden normalerweise in 50 bis 160 Meter Tiefe eingebaut. Ein bis zwei Bohrungen reichen für die Beheizung eines Einfamilienhauses aus. Auch komplette Wohngebiete lassen sich auf diese Weise versorgen. Mit rund zwölf Zentimetern ist ihr Durchmesser vergleichbar mit einer CD und der Flächenverbrauch damit sehr gering.
Erdwärmekollektoren werden horizontal in 80 bis 160 Zentimeter Tiefe in Schlangenlinien verlegt. Ebenso wie in Erdwärmesonden fließt hier ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. In diesen Tiefen haben die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen Auswirkungen auf die Untergrundtemperaturen. Die nutzbaren Temperaturen sind damit im Winter niedriger als bei Erdwärmesonden, reichen jedoch für den effizienten Wärmepumpenbetrieb aus. Der Flächenverbrauch ist allerdings deutlich höher.
Mit der Tiefengeothermie ab 400 Meter Tiefe kann man auch große Quartiere mit Wärme versorgen. Als besonders geeignet gelten Gebiete im Alpenvorland, am Oberrheingraben und im norddeutschen Tiefland. Belastet wird die Diskussion durch die Schäden nach oberflächennahen Geothermie-Bohrungen im badischen Staufen. Dort hob sich die Erde, es kam zu Gebäudeschäden in Millionenhöhe, zwei Häuser mussten abgerissen werden. Für Experten ist dies jedoch ein Sonderfall durch die quellfähige Gesteinsschicht in dieser Region. Zudem seien die Bohrlöcher nicht gut abgedichtet worden.