VNW baut seine Partnerschaft mit MEGAfoN aus
Der Verband unterstützt jetzt drei Schulen in Norddeutschland dabei, jungen Menschen Medienkompetenz beizubringen.
Von Oliver Schirg
Hamburg. Der VNW hat sein Engagement für faktenbasierte Nachrichten ausgeweitet. In den kommenden zwölf Monaten werden insgesamt drei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg von der Patenschaft des VNW für die Nachrichten-App MEGAfoN profitieren.
Neben dem Gymnasium Carolinum in Neustrelitz können jetzt die Berufliche Schule St. Pauli in Hamburg und das Kopernikus-Gymnasium in Bargteheide die Nachrichten-App nutzen. Insgesamt 135 Schülerinnen und Schüler erhalten so Zugang zu MEGAfoN.
Die App MEGAfoN nutzt Texte der Nachrichtenagentur dpa und informiert junge Menschen neutral mit faktenbasierten Nachrichten. Ziel ist es, ein Gegengewicht zu Newsfeeds zu bilden, die stakkatoartig über Entwicklungen informieren.
Häppchen gaukeln Informiertheit lediglich vor
Das Problem der Newsflut über soziale Netzwerke wie TikTok oder Instagram besteht darin, dass immer nur Häppchen verbreitet werden. So wird Informiertheit lediglich vorgegaukelt. Das Neueste (und Schrillste) drängelt sich vor, verlangt nach Aufmerksamkeit, regt aber kaum zum Nachdenken an.
Videos und Bilder sind wirkmächtig und vermitteln dem Betrachter das Gefühl, nicht nur dabei zu sein, sondern auch dazuzugehören. Einige wenige Informationen reichen aber längst nicht aus, um das ganze Bild eines politischen Vorgangs zu erfassen und es im besten Fall zu verstehen.
Im ungünstigen Fall können interessierte Kreise mit Hilfe von emotionalen Bildern und Videoclips die Realität verfälschen und die Wahrnehmung eines Konflikts wie beispielsweise derzeit im Nahen Osten bei jungen Menschen steuern. Eine aufgeklärte demokratische Gesellschaft benötigt geprüfte Informationen, damit ihre Mitglieder faktenbasierte Entscheidungen treffen können.
Das sagen Schüler und Lehrer zu MEGAfoN: Einfach auf den Link klicken.
Junge Menschen vertrauen „alten“ Medien nicht mehr
Vor allem junge Menschen haben sich längst von den „alten“ Medien abgewandt und konsumieren das, was im eigenen Freundeskreis gerade angesagt ist – meist über eine Smartphone-App. Von einem „Vertrauensverlust der Jugend in den Journalismus“ ist die Rede. Zudem haben junge Menschen ein feines Gespür dafür, wenn ihnen ein X für ein U vorgemacht werden soll.
Allerdings – und das gehört auch zur Wahrheit: Medienkompetenz ist einem nicht angeboren und entsteht nicht über Nacht. Sie muss erlernt werden, am besten im Unterricht in der Schule. Unabhängige, faktenbasierte Nachrichten sind die Grundlage dafür, sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden. Wer nichts weiß, glaubt alles.

MEGAfoN soll faktenbasierte Nachrichten liefern
Der Kern von MEGAfoN („faktenbasierte online Nachrichten“) sind Meldungen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) – Deutschlands größter Nachrichtenagentur, die täglich allein in ihrem Basisdienst rund 600 Meldungen produziert. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 1.000 Journalistinnen und Journalisten.
MEGAfoN ist werbefrei und richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der Stufe 8 aller Schulformen. Alle Artikel haben eine Vorlesefunktion und eine Volltextsuche. Der im Januar neu eingeführte dpa-Podcast „Stand der Dinge“ ist mit ausgewählten Beiträgen integriert.
Die App ist vor allem für die Nutzung auf dem Mobiltelefon oder auf dem Tablet-PC gedacht. Die dpa-Artikel und -Bilder werden unverändert und unkommentiert eingepflegt. Sie werden weder bewertet noch beurteilt und erhalten auch keinen „politisch farbigen“ Anstrich.
Der Faktencheck rückt gerade
In einem Faktencheck werden unterschiedliche Themen ausführlicher aufgearbeitet. Ausgangspunkt sind häufig in den sozialen Netzwerken verbreitete Behauptungen und Meinungen. Diese werden auf ihre Korrektheit geprüft, wenn notwendig korrigiert und in den jeweiligen Zusammenhang eingeordnet.
Auch Wohnungsunternehmen können Schülerinnen und Schülern den kostenfreien Zugang zu MEGAfoN finanzieren und so die Meinungsbildung junger Menschen fördern. Wer Interesse hat, kann Kontakt zu den Machern aufnehmen: kontakt@100prolesen.de.