So geht der Hamburg-Standard

HANSA Baugenossenschaft eG errichtet in Hamburg-Marienthal 90 Wohnungen. Die Baukosten liegen bei 3.650 Euro pro Quadratmeter.

Lübeck. Hamburg. Die HANSA Baugenossenschaft eG hat Mitte September im Beisein von Bundesbauministerin Verena Hubertz Richtfest für das Neubauvorhaben im Morellenquartier in Hamburg-Marienthal gefeiert. Wenige Monate nach der Grundsteinlegung nimmt das Quartier Gestalt an.

Die Fertigstellung der sechs Wohngebäude ist nach einer Bauzeit von nur einem Jahr im Frühjahr 2027 vorgesehen. Das Vorhaben zählt zu den genossenschaftlichen Pilotprojekten, die nach den Prinzipien des kostenreduzierten Bauens und des Hamburg-Standards realisiert werden.

Im Morellenquartier entstehen 90 öffentlich geförderte Wohnungen. Die Anfangsmieten im 1., 2. und 3. Förderweg betragen 7,85 Euro/m², 9,99 Euro/m² beziehungsweise 12,95 Euro/m². Die 1,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen verfügen über Wohnflächen von 40 bis 90 Quadratmetern. Rund zwei Drittel der Wohnungen werden barrierefrei ausgeführt.

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3.650 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche

Die Baukosten von rund 3.650 Euro brutto je Quadratmeter Wohnfläche (Kostengruppen 200 - 700/DIN 276) sind das Ergebnis von Kostenoptimierung. Neben reduzierten Standards, etwa beim Schallschutz und bei Teilen der technischen Ausstattung, tragen der Verzicht auf Tiefgaragen sowie effiziente Planungs- und Bauprozesse zur Wirtschaftlichkeit des Projekts bei.

Die nicht unterkellerten Gebäude verfügen über Abstellräume im Dachgeschoss. Unterstützt wird das Projekt neben zinsgünstigen Baudarlehen der Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB Hamburg) auch durch Baukostenzuschüsse.

Das Morellenquartier ist ein Beispiel für innovative Ansätze im Wohnungsbau. Die Gebäude entstehen in einer weitgehend seriellen Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad und als nachhaltige Holzhybridkonstruktion.

Ein besonderer Baustein der seriellen Bauweise sind die Badezimmer: Sie werden als vollständig ausgestattete Modulboxen vorgefertigt, auf die Baustelle geliefert und dort per Kran direkt in die Gebäude eingesetzt.

Das ermöglicht einen Baufortschritt von durchschnittlich einem Geschoss pro Woche.

„Das Morellenquartier ist für uns weit mehr als ein Neubauprojekt“, sagt Dirk Hinzpeter, Vorstand der HANSA Baugenossenschaft. „Wir erproben hier neue Wege des Bauens, um bezahlbaren Wohnraum für unsere Mitglieder schneller, günstiger und nachhaltiger zu schaffen. Die serielle Bauweise, der Einsatz von Holz und modularen Bauteilen sowie die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zeigen, welches Potenzial in innovativen Ansätzen steckt. Die Erfahrungen, die wir hier sammeln, werden uns bei künftigen Projekten wertvolle Orientierung geben.“

Bundesbauministerin Verena Hubertz bezeichnet das Morellenquartier als Signal für den Wohnungsbau in Deutschland. „Bezahlbarer Wohnraum entsteht nur, wenn wir auch bezahlbarer bauen. Das Morellenquartier zeigt eindrucksvoll, dass dies gelingen kann: Mit Baukosten von rund 3.650 Euro je Quadratmeter werden hier hochwertige, öffentlich geförderte Wohnungen wirtschaftlich realisiert. Solche Projekte machen deutlich, welches Potenzial in vereinfachten Standards, seriellen Bauweisen und einer frühzeitigen Zusammenarbeit aller Beteiligten steckt.“

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Von Anfang an Teil der Planung

Die HANSA Baugenossenschaft, LRW Architektur und Stadtplanung, OTTO WULFF als Generalunternehmer sowie die Verwaltung waren als Partner der Initiative Kostenreduziertes Bauen von Anfang an Teil dieses Prozesses. Die frühe gemeinsame Festlegung von Zielwerten und die enge Abstimmung mit dem Bezirk Wandsbek haben wesentlich dazu beigetragen, die Genehmigungsfähigkeit frühzeitig zu klären.

Das Ergebnis ist ein sehr zügiges Genehmigungsverfahren in weniger als vier Monaten. Damit erbringen die Beteiligten gemeinsam den praktischen Beweis, dass einfacher, schneller und wirtschaftlicher gebaut werden kann.

Nach den Worten von Nils Wendler, Geschäftsführer der OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH ist für den Erfolg des Projekts entscheidend, dass alle Beteiligten bereits in einer sehr frühen Planungsphase an einem Tisch saßen. „So konnten wir gemeinsam Lösungen entwickeln, die wirtschaftlich, effizient und gleichzeitig qualitativ hochwertig sind. Wenn wir künftig mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen, brauchen wir genau diese Form der Zusammenarbeit.“

Die Neubauten werden an das Fernwärmenetz angeschlossen. Darüber hinaus errichtet der Energiedienstleister GPE Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen. Den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern soll ein Mieterstrommodell angeboten werden, das die Nutzung des vor Ort erzeugten Solarstroms ermöglicht.

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Die Bedrohungen werden durch den Einsatz von KI dramatisch steigen